Coworking – eine Idee setzt sich durch

Als Bernie DeKoven 1999 den Begriff Coworking prägte, war ihm wahrscheinlich nicht bewusst, einer zukunftweisenden Idee einen Namen gegeben zu haben. Salopp aus dem Englischen übersetzt versteckt sich hinter dem Begriff das deutsche Wort Zusammenarbeit. Allerdings geht es in diesem Fall nicht um die herkömmliche Zusammenarbeit mehrerer Personen unter einer Führung an einem gemeinsamen Projekt. Vielmehr wird von einem Initiator der sogenannte Space (engl. Platz) zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt es sich in der Regel um ein Großraumbüro, in dem mehrere Arbeitsplätze eingerichtet sind. Die nötige Infrastruktur, also Büromöbel, Telefon, Computer samt Zubehör und Internetverbindung werden ebenfalls vom Initiator gestellt.

Selbstständige, Freiberufler und Existenzgründer mieten diese Arbeitsplätze gegen eine entsprechende Nutzungsgebühr, für eine bestimmte, individuell festgelegte Dauer. Aus ökonomischer Sicht eine win/win Situation sowohl für den Betreiber des Spaces als auch für die jeweiligen Mieter. Der Initiator verteilt das Risiko des Mietausfalls auf viele voneinander unabhängige Personen und Unternehmen. Einzelne Geschäftsaufgaben sind kalkulierbar und fallen nicht weiter ins Gewicht. Die Kosten für Existenzgründer liegen erheblich unter denen, die üblicherweise für die Erstellung eines Büroarbeitsplatzes anfallen würden. Sollte sich die Geschäftsidee eines Mieters als Flop erweisen, bleibt der finanzielle Verlust überschaubar.

Dass es Ende 2013 weltweit bereits über 2.500 dieser Coworking Spaces gab und ein Ende dieser Entwicklung überhaupt nicht abzusehen ist, liegt aber nicht allein an den wirtschaftlichen Faktoren. Die räumliche Zusammenarbeit mit hoch motivierten, kreativen Freiberuflern führt bei fast jedem einzelnen Teilnehmer zu einem zusätzlichem Leistungsschub, der gar nicht hoch genug bewertet werden kann. In diesen Büros der Zukunft haben Desinteresse an der Arbeit, schlechte Laune oder private Zwistigkeiten keinen Platz. Stattdessen findet ein blitzschneller Informationsfluss statt und auch gegenseitige Hilfe ist kein Fremdwort, da ein Konkurrenzverhalten, aufgrund der unterschiedlichen Betätigungsfelder, weitgehend ausgeschlossen ist.

 

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